Erasmus Definition

Das Erasmus-Programm ist ein von der Europäischen Union gefördertes Programm und Teil des Dachprogramms Sokrates. Laut Definition soll Sokrates die Grenzen überschreitende Zusammenarbeit innerhalb verschiedener Bildungsbereiche fördern. Das Teilprogramm Erasmus richtet sich speziell an Studenten und Dozenten, vor allem werden mit dem Fördergeld Auslandsaufenthalte dieser Zielgruppe unterstützt.

Der Name geht auf den niederländischen Theologen und Humanisten Erasmus von Rotterdam zurück und ist gleichzeitig die Abkürzung für "European Region Action Scheme for the Mobility of University Students". Gemäß der Definition des Programms ist neben der finanziellen Unterstützung auch die Anerkennung von Leistungen während des Auslandsstudiums an der Heimat-Universität ein zentraler Bestandteil des Programms. Diese lassen sich durch das European Credit Transfer System (ECTS) übertragen. Bis zum Studienjahr 2009/2010 war die Teilnahme am Erasmus-Programm nur für EU-Bürger möglich. Ab Herbst 2010 steht es erstmals allen Studenten und Dozenten an teilnehmenden Universitäten und Fachhochschulen offen.

Jedes Jahr werden mit Erasmus-Förderung rund 180.000 Studenten dabei unterstützt, eine gewisse Zeit ihres Studiums oder ein Praktikum innerhalb eines anderen EU-Mitgliedslands zu absolvieren. Auch die Kooperation zwischen verschiedenen Hochschulen soll so gefördert werden. Dieser Definition folgend hat das Programm in den vergangenen Jahren als Antrieb bei der Modernisierung europäischer Universitäten gewirkt, auch der Bologna-Prozess war ein Resultat der verstärkten Zusammenarbeit. Insgesamt soll so die Innovationstätigkeit gefördert und ein europäischer Bildungsraum geschaffen werden.

Universitäten, die daran teilnehmen möchten, müssen eine eigene Erasmus-Hochschulcharta haben, in der grundlegende Prinzipien aufgeführt sind. Damit sollen die Qualität der Kooperation und die Mobilität der Studenten gewährleistet werden. Umgesetzt wird Erasmus von der Europäischen Kommission, einzelne Aktivitäten werden von der Generaldirektion Bildung und Kultur koordiniert. Darüber hinaus gibt es dezentrale Aktionen, die die nationalen Agenturen in allen 31 Teilnehmerstaaten durchführen. Neben sämtlichen EU-Mitgliedsländern sind auch Norwegen, Island, Liechtenstein, die Türkei sowie teilweise die Schweiz an Erasmus beteiligt.